In den verschiedenen Baubereichen ist in den letzten Wochen viel passiert. Der Aushub für die neue Energiezentrale konnte zügig und früher als geplant abgeschlossen werden. Die direkte Zufahrt zur Autobahn hat sich bewährt. Sie hat dazu beigetragen, dass das angrenzende Quartier kaum durch Staub und Lärm belastet wurde. Entsprechend sind bei den IWM auch keine Beschwerden eingegangen.

Nach dem zügig abgeschlossenen Aushub läuft auch die nächste Bauphase der Energiezentrale erfreulich rund. Das Grundwasser hat keine Probleme bereitet. Die Bodenplatte ist betoniert. Die Arbeiten am Untergeschoss sind weit fortgeschritten.
Erste Leitungen sind bereits verlegt
Auch beim Leitungsbau kommt das Projekt schneller voran als ursprünglich geplant. Eine neue Lösung für die Baupiste spart Aufwand und damit Zeit: Statt die Piste wie üblich mit Vlies, Sand und Schotter aufzubauen, kommen robuste Kunststoffplatten zum Einsatz. Sie werden laufend versetzt und sind dort im Einsatz, wo gerade gearbeitet wird.
So konnte bereits ein erster Leitungsabschnitt von rund 200 Metern verlegt werden. Diese Leitungen verbinden später die neue Energiezentrale mit den Wärmequellen, dem PZM und dem bestehenden Wärmeverbund.

Was als Nächstes passiert
Im Herbst wird der Rohbau der Energiezentrale stehen. Parallel beginnt beim Münsinger Unternehmen CTA die Vormontage der neuen Wärmepumpen. Ebenfalls im Herbst folgt beim Leitungsbau ein wichtiger Schritt: die Spülbohrung für die Leitungsverbindung zur Energiezentrale unter dem Naturschutzgebiet «Alte Giesse» hindurch. Auf einer Länge von rund 220 Metern werden Leitungen unterirdisch durch eine Spülbohrung geführt. So können auch die sensiblen Landschaftsbereiche geschont werden.
Beim Anschluss der bestehenden Wärmezentrale Nord beim Schulhaus Schlossmatt zeichnet sich eine schlankere Lösung ab. Ursprünglich hätte im Bereich des Rollhockeyplatzes offen gebaut werden sollen. Das ist nun nicht nötig. Mit einer Pressbohrung kann die Leitung unterirdisch zur Energiezentrale Nord geführt werden.
Bautafeln machen das Projekt sichtbar
An verschiedenen Stellen direkt vor Ort im Bauperimeter zeigen Bautafeln, wie die einzelnen Bereiche zusammenhängen und welche Energiequellen die IWM künftig nutzen: gereinigtes Abwasser der ARA, Grundwasser und Tiefengrundwasser aus dem Bereich des PZM. So wird aus Plänen, Leitungen und Baugruben ein verständliches Bild.


Die Bauarbeiten für die neue Energiezentrale auf dem Areal der ARA laufen wie geplant. Nach dem Baustart im Mai ist die Baustelle eingerichtet, die ersten Aushubarbeiten sind im Gang. Damit nimmt ein wichtiger Teil des Ausbaus des Wärmeverbunds Münsingen sichtbar Form an.
In den nächsten Monaten folgen weitere Arbeitsschritte: Bald starten die Leitungsarbeiten. Parallel dazu beginnt der Hochbau der Energiezentrale. Der Fernleitungsbau, die Spülbohrungen und das neue Grundwasserbauwerk werden etappenweise umgesetzt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Frühling 2027. Die Inbetriebnahme der neuen Energiezentrale ist für Herbst 2027 geplant.
360°-Blick auf die Baugrube

Die neue Anlage nutzt künftig lokale Energiequellen wie gereinigtes Abwasser, Grundwasser und Tiefengrundwasser. Sie ersetzt ab der Heizsaison 2027/28 als Hauptanlage des Wärmeverbunds die bestehenden sanierungsbedürftigen Zentralen und versorgt auch das Psychiatriezentrum Münsingen mit Wärme und Klimakälte.
Mit Helm und Schaufel haben Vertreterinnen und Vertreter der InfraWerkeMünsingen (IWM), der Gemeinde Münsingen, des Kantons Bern und des Psychiatriezentrums Münsingen (PZM) am 5. Mai 2026 den offiziellen Baustart für die neue Energiezentrale auf dem Areal der ARA Münsingen vollzogen. Die Stimmung vor Ort war ausgezeichnet. Sie zeigte, dass dieser Ausbauschritt von allen Beteiligten getragen wird.

Die IWM ersetzen die sanierungsbedürftigen Energiezentralen beim Schulhaus Schlossmatt und beim Psychiatriezentrum Münsingen (PZM) durch eine neue Energiezentrale auf dem Areal der ARA. Die Anlage nutzt drei lokale Wärmequellen: gereinigtes Abwasser der ARA, Tiefengrundwasser des PZM und Grundwasser aus einem neuen Brunnen beim ARA-Areal.

Die Energiezentrale nutzt drei lokale Wasserquellen.
Gereinigtes Abwasser der ARA: Das gereinigte Abwasser der ARA enthält Wärme. Die neue Anlage entzieht dem Wasser diese Wärme und macht sie mit Wärmepumpen für den Wärmeverbund nutzbar.
Tiefengrundwasser beim Psychiatriezentrum Münsingen (PMZ): Auf dem Areal des Psychiatriezentrums Münsingen besteht bereits ein Tiefengrundwasserbrunnen. Dieses Grundwasser wird als Energiequelle in das neue System eingebunden.
Neuer Grundwasserbrunnen beim ARA-Areal: Beim ARA-Areal entsteht ein neuer Grundwasserbrunnen. Er ergänzt das gereinigte Abwasser und das Tiefengrundwasser des PZM. Zusammen sichern die drei Quellen die erneuerbare Grundversorgung.
Ergänzend nutzt das System Abwärme aus der Klimakühlung des PZM und Prozessabwärme aus dem Faulturm der ARA. Diese Energie unterstützt den Betrieb, gehört aber nicht zu den drei Hauptwärmequellen.
Wie wird daraus Wärme?
Die Wasserquellen liefern Energie auf niedrigem Temperaturniveau. Drei Wärmepumpen heben diese Energie auf die Temperatur, die der Wärmeverbund braucht.
Die Wärmepumpen leisten zusammen 4.5 Megawatt. Damit decken sie den grössten Teil des Wärmebedarfs mit erneuerbarer Energie. Die maximale Netzleistung liegt bei bis zu 7 Megawatt.
Für sehr kalte Tage, Spitzenlasten und Notfälle bleiben Reserveanlagen nötig. Sie sichern den Betrieb, besonders für kritische Nutzer wie das PZM.
Münsingen erhält eine stärkere lokale Wärmeversorgung. Die IWM nutzt Energiequellen, die vor Ort vorhanden sind. Damit sinkt der fossile Anteil im Wärmeverbund.
Die neue Energiezentrale erreicht rund 95 Prozent erneuerbare Energie. Im gesamten Wärmeverbund steigt die erneuerbare Deckung auf über 66 Prozent. Der Ausbau bringt die IWM damit näher an den verbindlichen CO₂-Absenkpfad.
Für angeschlossene Gebäude bedeutet das: Die Wärme kommt weiterhin zuverlässig über den Verbund. Die Energiequellen werden aber lokaler und CO₂-ärmer.
Das PMZ wird neu an den Wärmeverbund angeschlossen. Es erhält künftig Wärme und Klimakälte von der IWM.
Für das PZM zählt Versorgungssicherheit besonders. Deshalb plant die IWM das System mit Reserveleistung und klaren Notfallszenarien. So bleibt die Wärmeversorgung auch bei Spitzenlasten oder Störungen abgesichert.
Warum nutzt die IWM bei Ausbau des Wärmeverbunds Wasser als Wäremquelle?
Die IWM hat mehrere Energiequellen geprüft. Wasserquellen überzeugten bei CO₂-Bilanz und Wirtschaftlichkeit am meisten. Sie sind lokal verfügbar und passen zum Standort ARA der neuen Energiezentrale.
Welches sind die drei Hauptquellen?
Die neue Energiezentrale nutzt gereinigtes Abwasser der ARA, Tiefengrundwasser beim Psychiatriezentrum Münsingen und Grundwasser aus einem neuen Brunnen beim ARA-Areal.
Welche Rolle spielt Abwärme?
Abwärme kann das System ergänzen. Genutzt wird insbesondere Abwärme aus der Klimakühlung des PZM und Prozessabwärme aus dem Faulturm der ARA. Sie ist aber keine der drei Hauptquellen. Die Hauptwärmequellen sind Wasser.
Warum braucht es fossile Reserveanlagen?
Der Wärmeverbund muss auch an sehr kalten Tagen zuverlässig funktionieren. Das gilt besonders für kritische Betriebe wie das Psychiatriezentrum Münsingen. Darum bleiben Reserveanlagen für Spitzenlasten und Notfälle Teil des Systems.
Wird die Wärmeversorgung vollständig erneuerbar?
Noch nicht vollständig. Die neue Energiezentrale produziert rund 95 Prozent ihrer Wärme aus erneuerbarer Energie. Im gesamten Wärmeverbund sind es künftig über 66 Prozent. Das Ziel bleibt: 95 Prozent CO₂-frei bis 2035 und Netto-Null bis 2050.
Was passiert mit der Wärmezentrale Nord?
Die Wärmezentrale Nord wird weiterhin in das System eingebunden. Sie dient künftig vor allem der Spitzenlastabdeckung und der Versorgungssicherheit.
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