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Baustart mit Schwung

Vor Ort beim offiziellen Baustart am 5. Mai 2026 an den Schaufeln (v.l.n.r.): Ulrich Nyffenegger (Leiter Amt für Umwelt und Energie des Kantons Bern), Jonas Lang (Psychiatriezentrum Münsingen), Stephanie Feller (Gemeindepräsidentin Münsingen), Thekla Huber-Kaiser (Gemeinderätin Münsingen), Dina Brügger (Verwaltungsrätin IWM), Urs Wälchli (Geschäftsführer IWM).

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Der Ausbau des Wärmeverbunds bringt für jede Seite einen konkreten Vorteil. Die IWM erneuern eine zentrale Infrastruktur und stärken ihre Rolle als lokale Wärmeversorgerin. Die Gemeinde Münsingen kommt ihren Energie- und Klimazielen näher, ohne die Versorgungssicherheit aufs Spiel zu setzen. Der Kanton Bern unterstützt ein Projekt, das lokale Energiequellen nutzt und den CO₂-Ausstoss senkt. Das PZM erhält eine verlässliche Wärmeversorgung und künftig auch Klimakälte für seinen Betrieb.

Neue Energiezentrale und Nutzung lokaler Energie

Die IWM ersetzen die sanierungsbedürftigen Energiezentralen beim Schulhaus Schlossmatt und beim Psychiatriezentrum Münsingen (PZM) durch eine neue Energiezentrale auf dem Areal der ARA. Die Anlage nutzt drei lokale Wärmequellen: gereinigtes Abwasser der ARA, Tiefengrundwasser des PZM und Grundwasser aus einem neuen Brunnen beim ARA-Areal.

Damit stärkt die IWM den Wärmeverbund und senkt den CO₂-Ausstoss. Die neue Zentrale soll ab der Heizsaison 2027/28 Wärme liefern. Gleichzeitig schliesst die IWM das Psychiatriezentrum Münsingen an den Wärmeverbund an und versorgt es künftig auch mit Klimakälte.

Warum braucht Münsingen eine neue Energiezentrale?

Der Wärmeverbund Münsingen besteht seit 1993. Seit 2013 hat die IWM den Wärmeverbund fortlaufend ausgebaut. Die Wärmezentrale Nord beim Schulhaus Schlossmatt ist inzwischen sanierungsbedürftig und soll ersetzt werden.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Wärmeversorgung. Münsingen will den Wärmeverbund bis 2035 zu 95 Prozent und bis 2050 vollständig CO₂-frei betreiben. Dafür braucht es Energiequellen, die lokal verfügbar, klimafreundlich und wirtschaftlich sinnvoll sind.

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Warum steht die neue Zentrale bei der ARA?

Der Standort folgt der Energiequelle. Bei der ARA fällt gereinigtes Abwasser an. Dieses Wasser enthält Wärme, die für den Wärmeverbund genutzt werden kann.

Das ARA-Areal bietet zudem Platz für die neue Energiezentrale. Es ist an bestehende Infrastruktur angeschlossen und liegt nahe bei weiteren Energiequellen. So kann die IWM die neue Anlage sinnvoll in das bestehende System einbinden.

Welche Energiequellen nutzt die Anlage?

Die Energiezentrale nutzt drei lokale Wasserquellen.

Gereinigtes Abwasser der ARA: Das gereinigte Abwasser der ARA enthält Wärme. Die neue Anlage entzieht dem Wasser diese Wärme und macht sie mit Wärmepumpen für den Wärmeverbund nutzbar.

Tiefengrundwasser beim Psychiatriezentrum Münsingen (PMZ): Auf dem Areal des Psychiatriezentrums Münsingen besteht bereits ein Tiefengrundwasserbrunnen. Dieses Grundwasser wird als Energiequelle in das neue System eingebunden.

Neuer Grundwasserbrunnen beim ARA-Areal: Beim ARA-Areal entsteht ein neuer Grundwasserbrunnen. Er ergänzt das gereinigte Abwasser und das Tiefengrundwasser des PZM. Zusammen sichern die drei Quellen die erneuerbare Grundversorgung.

Ergänzend nutzt das System Abwärme aus der Klimakühlung des PZM und Prozessabwärme aus dem Faulturm der ARA. Diese Energie unterstützt den Betrieb, gehört aber nicht zu den drei Hauptwärmequellen.

Wie wird daraus Wärme?

Die Wasserquellen liefern Energie auf niedrigem Temperaturniveau. Drei Wärmepumpen heben diese Energie auf die Temperatur, die der Wärmeverbund braucht.

Die Wärmepumpen leisten zusammen 4.5 Megawatt. Damit decken sie den grössten Teil des Wärmebedarfs mit erneuerbarer Energie. Die maximale Netzleistung liegt bei bis zu 7 Megawatt.

Für sehr kalte Tage, Spitzenlasten und Notfälle bleiben Reserveanlagen nötig. Sie sichern den Betrieb, besonders für kritische Nutzer wie das PZM.

Was bringt das Projekt Münsingen?

Münsingen erhält eine stärkere lokale Wärmeversorgung. Die IWM nutzt Energiequellen, die vor Ort vorhanden sind. Damit sinkt der fossile Anteil im Wärmeverbund.

Die neue Energiezentrale erreicht rund 95 Prozent erneuerbare Energie. Im gesamten Wärmeverbund steigt die erneuerbare Deckung auf über 66 Prozent. Der Ausbau bringt die IWM damit näher an den verbindlichen CO₂-Absenkpfad.

Für angeschlossene Gebäude bedeutet das: Die Wärme kommt weiterhin zuverlässig über den Verbund. Die Energiequellen werden aber lokaler und CO₂-ärmer.

Was bedeutet das für das
Psychiatriezentrum Münsingen (PMZ)?

Das PMZ wird neu an den Wärmeverbund angeschlossen. Es erhält künftig Wärme und Klimakälte von der IWM.

Für das PZM zählt Versorgungssicherheit besonders. Deshalb plant die IWM das System mit Reserveleistung und klaren Notfallszenarien. So bleibt die Wärmeversorgung auch bei Spitzenlasten oder Störungen abgesichert.


Fakten auf einen Blick

Zweck:
Ersatz der sanierungsbedürftigen Wärmezentrale Nord und desr Zentrale beim Psychiatriezentrum Münsingen. Ausbau des Wärmeverbunds.
Hauptwärmequellen: Gereinigtes Abwasser der ARA, Tiefengrundwasser beim PZM, neuer Grundwasserbrunnen beim ARA-Areal
Leistung Wärmepumpen: 3 × 1.5 MW, total 4.5 MW
Maximale Netzleistung: bis 7 MW
Erneuerbarer Anteil neue Energiezentrale: rund 95 Prozent
Erneuerbare Deckung gesamter Wärmeverbund; über 66 Prozent
Ziel 2035: 95 Prozent CO₂-frei
Ziel 2050: Netto-Null
Baustart Energiezentrale: 5. Mai 2026
Geplante Inbetriebnahme: Heizsaison 2027/28

FAQ

Warum nutzt die IWM bei Ausbau des Wärmeverbunds Wasser als Wäremquelle?
Die IWM hat mehrere Energiequellen geprüft. Wasserquellen überzeugten bei CO₂-Bilanz und Wirtschaftlichkeit am meisten. Sie sind lokal verfügbar und passen zum Standort ARA der neuen Energiezentrale.

Welches sind die drei Hauptquellen?
Die neue Energiezentrale nutzt gereinigtes Abwasser der ARA, Tiefengrundwasser beim Psychiatriezentrum Münsingen und Grundwasser aus einem neuen Brunnen beim ARA-Areal.

Welche Rolle spielt Abwärme?
Abwärme kann das System ergänzen. Genutzt wird insbesondere Abwärme aus der Klimakühlung des PZM und Prozessabwärme aus dem Faulturm der ARA. Sie ist aber keine der drei Hauptquellen. Die Hauptwärmequellen sind Wasser.

Warum braucht es fossile Reserveanlagen?
Der Wärmeverbund muss auch an sehr kalten Tagen zuverlässig funktionieren. Das gilt besonders für kritische Betriebe wie das Psychiatriezentrum Münsingen. Darum bleiben Reserveanlagen für Spitzenlasten und Notfälle Teil des Systems.

Wird die Wärmeversorgung vollständig erneuerbar?
Noch nicht vollständig. Die neue Energiezentrale produziert rund 95 Prozent ihrer Wärme aus erneuerbarer Energie. Im gesamten Wärmeverbund sind es künftig über 66 Prozent. Das Ziel bleibt: 95 Prozent CO₂-frei bis 2035 und Netto-Null bis 2050.

Was passiert mit der Wärmezentrale Nord?
Die Wärmezentrale Nord wird weiterhin in das System eingebunden. Sie dient künftig vor allem der Spitzenlastabdeckung und der Versorgungssicherheit.

Kontakt

Leiter Wasser- & Wärmeversorgung
Martin Kräuchi

Gesamtprojektleiter
Roger Pilloud

24h-Störungsdienst
Tel. 031 724 52 50

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